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Wiener Mode: lu im Interview

1. September 2014
lu design Näherei Apfel | Pixi mit Milch

Hinter dem Wiener Label „lu“ steckt Ursula Lidy, die bereits früh wusste, dass sie etwas mit Mode machen möchte und 2007 dann ihr eigenes Label gründete. Jedes Stück wird von Ursula selbst angefertigt und genäht. Mode als Einzelstück. In ihrer Näherei Apfel kann man ihre Kollektionen bestaunen und kaufen, aber sich auch selbst kreativ austoben und einen ihrer Nähworkshops besuchen. Im Interview erzählt sie, wie sie zur Mode kam und was es in der Näherei Apfel sonst noch so gibt.

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Dein eigenes Modelabel „lu“ gibt es mittlerweile seit 2007. Wie bist du zur Mode gekommen?
Das genaue Alter kann ich dir gar nicht sagen, aber ich habe mich eigentlich schon sehr früh mit Mode beschäftigt bzw. habe ich sehr früh gewusst, dass ich etwas mit Mode oder Kostümen machen will. Ich habe mich dann mit 14 entschieden, nach Wien in eine Modeschule zu gehen – das ist jetzt eine Weile her und ich habe den Schritt bis heute nicht bereut.

Was ist dir bei Mode und bei deinen Designs besonders wichtig?
Mode ist für mich ein Weg, sich selbst nach außen hin auszudrücken. Der Stil, den man sich selbst aneignet, ist wichtig um mit anderen Menschen in Kontakt zu treten. Bei meinen Designs ist mir wichtig, dass sich die Trägerin in dem Teil meiner Kollektion wohl fühlt. Der Fokus liegt in meinen Kollektionen auf Bequemlichkeit und Tragbarkeit mit einer gewissen Raffinesse und Besonderheit jedes Outfit zu etwas Einzigartigem zu machen.

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Du hast zuvor an Theatern im Kostümbereich gearbeitet. Inwieweit hat dich diese Arbeit bei deinen eigenen Kollektionen beeinflusst?
Ich muss sagen, ohne die Arbeit an diversen Theaterhäusern wäre mein Verständnis für Mode und fürs Nähen nicht das was es heute ist. Die Erfahrungen, die ich in den Kostümabteilungen gesammelt habe, konnte ich jetzt als Selbstständige schon oft gebrauchen – man lernt einfach nicht nur nach Schema F zu arbeiten, sondern auch für alles offen zu sein. Wenn’s einmal schnell gehen muss, lernt man perfekt zu improvisieren. Das hilft einem im Leben auf jeden Fall weiter.
Für die Kollektionen selbst kann ich jetzt nicht behaupten, dass mich das groß beeinflusst hätte.

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Wo findest du Inspiration für deine Kollektionen?
Die finde ich fast täglich auf dem Weg von zu Hause ins Geschäft/Atelier. Ich schau mir gerne Menschen auf der Straße, in Cafés, in Bars und in Clubs an und lass diese Einflüsse gerne in meine neue Ideenentwicklung einfließen. Oft seh ich aber auch nur einen ganz tollen Stoff und versuch dann zu überlegen, was daraus am schönsten entstehen könnte. Doch die meisten neuen Modele entstehen durchs Arbeiten und Ausprobieren. Oft hat man ein Bild im Kopf, das sich dann erst durch das Zuschneiden und Nähen ganz neu entwickelt und so zu einem Bestandteil meiner Kollektion wird.

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Jedes Stück wird von dir entworfen, angefertigt und genäht – wie lange dauert es vom Entwurf bis hin zum fertigen Teil und wie sieht dieser Entstehungsprozess aus?
Ich habe ja einerseits meine Basic-Linie, mit Shirts und Kleidern, die nähe ich immer auf einen Schwung, also da brauch ich dann für 20 Teile so eine Woche.
Wenn ich neue Ideen entwickle, hab ich meistens ein Teil in einem Tag. Außer ich bin mit dem Schnitt gar nicht zufrieden, dann kann sich der Prozess schon auch über eine Woche ziehen, weil ich mich dann mit anderen Sachen beschäftigen muss, damit mir die perfekte Lösung einfällt.

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In der Näherei Apfel gibt es einerseits deine Mode und andererseits frische Apfelprodukte aus dem Burgenland von deiner Cousine Vera Leeb. Wie seid ihr auf die Idee gekommen, einen gemeinsamen Shop zu eröffnen?
Ich war schon länger auf der Suche nach einem kleinen Atelier, wo ich auch meine Sachen verkaufen kann. Und da mich meine Familie in meinem Vorhaben immer gerne unterstützt hat, haben wir mal drüber gesprochen, ein gemeinsames Geschäft in Wien in Betracht zu ziehen. Am Anfang war noch nicht ganz klar, in welchem Ausmaß die Kooperation stattfinden wird und kann, aber da auch meine Cousine ihr gesamtes Sortiment den Kunden in Wien nicht vorenthalten will, haben wir uns für diese Konzeption und für die Näherei Apfel entschieden.

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Interessierte können sich in der Näherei Apfel auch eine Nähmaschine mieten oder einen deiner Workshops besuchen – wann findet der nächste Workshop statt?
Ab September habe ich wieder jeden Dienstag einen Näh-Workshop in der Näherei Apfel. Das wechselt immer zwischen Anfängern, Wiedereinsteigern und Könnern.

Welche Projekte stehen in nächster Zeit bei dir an?
Der Herbst hat immer etwas Spezielles. Viele Modeevents stehen an. Das heisst für mich eine heiße Phase in der Produktion, um mich auf die Zeit die ich auf diversen Messen verbringe, vorzubereiten. Im Oktober kann Frau Teile der neuen Kollektion auch in Linz auf der Messe wear-fear erstehen und das Wiener Publikum kann mich auf der Mode- und Designmesse Blickfang im MAK antreffen.

Näherei Apfel
Kettenbrückengasse 8
1040 Wien
Öffnungszeiten: Dienstag bis Freitag von 11.00 bis 19.00 Uhr, Samstag von 10.00 bis 16.00 Uhr
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lu – Mode als Einzelstück
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