Kunst & Kultur Wien

Kunst: Böse Dinge und Stanley Kubrick

31. Mai 2014

Eigentlich halte ich ja nicht viel von Neujahrsvorsätzen. Meinen Vorsatz dieses Jahr habe ich bisher aber sehr brav eingehalten: Ich habe ich mir vorgenommen, mindestens einmal im Monat ein Museum oder ein Theater zu besuchen. Kino zählt nicht, dorthin gehe ich nämlich ohnehon sehr oft. Ich muss zugeben, dass ich wirklich gerne ins Museum gehe. Ich könnte mir stundenlang die unfassbar tollen Bilder von Gottfried Helnwein, oder die beeindruckenden Fotos der National Geographic Ausstellung dieses Jahr im Westlicht anschauen. Umso mehr freut es mich, dass ich eine Führung durch die „Böse Dinge“ Ausstellung im Hofmobiliendepot und eine Führung durch die gerade erst angelaufene Stanley Kubrick Ausstellung im Kunstforum bekommen habe. Zwei sehr unterschiedliche Ausstellungen, die beide sehr sehenswert sind.

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Böse Dinge. Eine Enzyklopädie des Ungeschmacks
Was ist Geschmack? Diese Frage stellte sich wohl schon Gustav Pazaurek und veröffentlichte 1912 ein Buch mit dem Titel „Guter und schlechter Geschmack im Kunstgewerbe“, in dem er ein Kategoriensystem entwickelte, auf das sich auch die Ausstellung in Wien stützt. „Die Bösartigkeit der Dinge bezieht sich bei Pazaurek auf das Schlechte, das sich in Ausführung, Gestaltung und mangelnder Funktionsfähigkeit äußert“, so in der Info zur Ausstellung selbst. Auf das genaue Kategoriensystem möchte ich hier auch gar nicht so genau eingehen. Neben alten Stücken aus der Originalsammlung, findet man auch aktuelle böse Dinge und Sachen, die manch einer von uns wohl auch selbst zuhause rumstehen hat. Ohja, ertappt. Und wer eben auch so ein böses Ding zuhause hat, kann dieses unten im Foyer abgeben und der Ausstellung beisteuern.

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Der Ausstellungsraum ist nicht so groß, es gibt jedoch viel zu sehen und zu entdecken. Mein Tipp: Unbedingt eine Führung machen, so bekommt man noch mehr Infos zu den einzelnen Teilen und der Idee dahinter.
Das Hofmobiliendepot. Möbel Museum Wien
Andreasgasse 7, 1070 Wien
Öffnungszeiten: Dienstag bis Sonntag 10:00 bis 18:00 Uhr
Mehr dazu hier
Die Ausstellung läuft noch bis 6. Juli 2014

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Eyes Wide Open. Stanley Kubrick als Fotograf
Auf diese Ausstellung hatte ich mich schon seit Monaten gefreut und ich wurde nicht enttäuscht. Viele kennen Kubrick nur als Filmemacher und wissen gar nicht, dass er bereits in seiner Schulzeit fotografierte und seine Anfänge als Fotograf für investigative Berichte machte. Nach seinem ersten Dokumentarfilm „Day of the Fight“ 1950, den man auch in der Ausstellung begutachten kann, wurde er so beflügelt, dass er sich immer mehr auf das Filmemachen konzentrierte und später auch Hollywood auf ihn Aufmerksam wurde. Bereits 1960 zog er jedoch nach England und machte dort Filme wie Lolita, 2001: A Space Odyssey und Clockwork Orange. In seinen Fotografien spielt er mit Perspektiven, Spiegeln, Verdoppelungen und Blicken. Jeder Bild erzählt eine Geschichte, fast schon wie ein Film. Kubrick gilt als Perfektionist, dies merkt man nicht nur bei seinen Filmen, sondern auch bei seinen Bildern, die zwar teilweise wie Schnappschüsse aussehen, jedoch (fast) immer perfekt inszeniert wurden. Eine sehenswerte Ausstellung mit sehr schönen Fotografien.

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Kunstforum Wien
Freyung 8, 1010 Wien
Öffnungszeiten: täglich von 10:00 bis 19:00 Uhr, Freitags von 10:00 bis 21:00 Uhr
Mehr dazu hier
Die Ausstellung läuft noch bis 13. Juli 2014

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1 Comment

  • Reply Teresa 1. Juni 2014 at 13:06

    Freut mich, dass dir die bösen Dinge gefallen!

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