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Burger-Test: Swing Kitchen in Wien

8. Februar 2015
Swing Kitchen | Pixi mit Milch

Seit 31. Jänner hat die Swing Kitchen nun geöffnet und wohl kein anderes veganes Restaurant hat jemals in Wien für so viel Aufsehen gesorgt wie dieses neue vegane Burger-Lokal. Vegane Burger? Ohja! Diese Idee kam Karl Schillinger, der seit 1999 vegan lebt und bereits das Gasthaus Schillinger führt, in dem er ebenfalls vegane Küche anbietet. Die Swing Kitchen soll ein schickes, veganes Fast-Food-Lokal sein, mit Burgern, Wraps, Salaten, hausgemachter Cola und natürlich den „Best Fries in Town“. Ein klarer Fall für Annas und meine BestBurgersAustria-Reihe!

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Kitchen Wrap Menü mit Veganschnitzel, Basilikum-Lemon-Dip, Salat, roten Zwiebeln, Tomaten und Gurken, dazu Pommes und Bio-Kirschsaft, um 9,60€

Der erste Eindruck
Das Lokal liegt nur ein paar Schritte von der Mariahilferstraße entfernt und war bei unseren drei Besuchen (innerhalb von einer Woche!) immer rappelvoll. Wer aktuell einen Sitzplatz möchte, sollte also etwas Zeit und Geduld mitbringen. Das System ist ähnlich wie bei anderen Fast-Food-Restaurants: Man wirft einen Blick auf die riesige Tafel, auf der man alle Speisen findet, entscheidet sich und wartet in der Schlange, um seine Bestellung aufzugeben. Auf seinem Kassenbon findet man dann eine Nummer, mit der man kurz danach seine fertige Bestellung abholen kann. Obwohl das Lokal immer sehr voll war und man manchmal auch eine Weile anstand, um seine Bestellung aufzugeben, waren Burger und Co immer rasend schnell fertig.

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Swing Burger Menü mit Cole Slaw und Swing-Cola um 7,80€

Burger und Pommes
Insgesamt findet man drei Burger auf der Speisekarte, die wahlweise als Menü (mit Pommes/Salat/Cole Slaw und Getränk) oder einzeln bestellt werden können. Neben Burger gibt es auch noch zwei Wraps und Fingerfood wie Nuggets und Onion Rings. Ich habe mittlerweile alle Burger durchprobiert und kann gar nicht sagen, welcher mir am besten geschmeckt hat. Das Patty ist aus Soja- und Weizeneiweiß und beim Brötchen setzt man auf Chiabatta-Sauerteig-Buns. Der Swing Burger mit Sojapatty, Charly’s BBQ-Dip, Salat, Tomaten, Gewürzgurken und getrockneten Röstzwiebeln schmeckt aufgrund des Dips etwas rauchig und ist somit geschmackssache. Mir persönlich hat er sehr gut geschmeckt. Das Sojapatty ist nicht zu dick und sehr gut angebraten, könnte aber ruhig noch etwas Würze vertragen, die Sauce und Gurkerl bringen jedoch einen guten Geschmack rein. Das Brötchen ist mir aber fast bei allen Burgern ein bisschen zu dominant, da es auch recht flaumig und dick ist. Der Cheeseburger mit Sojapatty, Vegankäse, Salat, Chili-Tomato-Tatar, roten Zwiebeln, gelben Rüben, Paprika, Karotten und Rotkraut ist irgendwie nicht so meins, hat meiner Begleitung aber sehr gut geschmeckt. Der Käse ist nicht sofort erkennbar, was bei vielen im ersten Moment für Verwirrung sorgt. Der Vienna Burger mit Veganschnitzel, Knoblauch-Dip, Salat, roten Zwiebeln, Gurken und Tomaten schmeckt trotz parniertem Schnitzel richtig frisch und lecker. Die „Best Fries in Town“ sind natürlich hausgemacht, schön knackig, nicht zu salzig und wohl aus mehligen Kartoffeln. Der Menü-Salat (Garden Salad) ist riesig und mit vielen verschiedenen frischen Salaten und frischem Gemüse wie Gurken, Paprika und Tomaten. Eine leckere Kombination, wäre da nicht das (eher nicht-vorhandene) Dressing gewesen. Der Salat war wohl nur mit Balsamico-Essig angemacht, Öl und Co haben leider völlig gefehlt, wodurch der Salat auch etwas zu sauer war.

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Vienna Burger Menü mit Salat und Cola um 8,60€

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Vegan Nuggets (6 Stück) mit einem Dip nach Wahl, um 4,20€

Die Vegan Nuggets sind von der Konsistenz und vom Aussehen her wie richtige Chicken Nuggets, was mich im ersten Moment sehr überrascht hat. Bei den vegan Nuggets stehen Panier (die hier mit Sesam verfeinert wurde) und Dip im Vordergrund, da der Seitan nicht viel Eigengeschmack hat (was bei Huhn aber genauso ist). Bei den Dips kann ich den Limetten-Basilikum-Dip empfehlen, der wirklich extrem frisch und köstlich schmeckt. Beim Ketchup scheint es sich um handelsübliches Ketchup zu handeln. Die Swing Cola war okay, geschmacklich auch anders als normale Cola aber nicht so meins, da ich grundsätzlich kein großer Cola-Trinker bin. Achtung auch beim Apfelsaft, der pur richtig süß ist und für mich irgendwie nach Zuckerl schmeckt. Bei den Desserts kann ich den Sacher-Muffin um 3,20€ empfehlen, der einen Marmelade-Kern hat und wie flaumiger Fudge schmeckt. Zwar nicht ganz so großartig wie bei Brass Monkey, aber trotzdem lecker. Das Tiramisu, ebenfalls um 3,20€, war mir etwas zu flüssig und die Biskotten zu hart, außerdem war mir auch der Amaretto zu dominant. Den Cheesecake muss ich erst probieren.

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Ambiente
Die Einrichtung ist modern und mit viel weiß und schwarz auch sehr clean. Trotz der großen Glasfront ist es bei den hinteren Sitzplätzen relativ dunkel, weshalb man wohl immer auf Kunstlicht angewiesen ist. Die Tische sind relativ eng beieinander und auch etwas klein. Man wird somit eigentlich überall daran erinnert, dass es sich hierbei um kein Restaurant, sondern um einen Fast-Food-Imbiss handelt. Der Burger wird mit den Händen gegessen und es gibt keine richtigen Teller und Gabeln, sondern nur Einweg-Zeug. Auch wenn es sich hierbei ausschließlich um kompostierbaren Müll handelt, bin ich kein großer Fan davon. Die Mitarbeiter sind super freundlich und auch richtig flink und trotz des großen Ansturms eigentlich auch immer gut gelaunt und nur manchmal ein bisschen überfordert. Das Lokal hat aber ganz klar einen großen Style-Faktor und passt somit auch super in den hippen 7. Bezirk.

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Fazit
Ein tolles Lokal, das man auch als Fleischesser mal ausprobieren sollte. Dank des Hypes wird die vegane Küche salonfähig gemacht, wenngleich es auch schon in anderen veganen Lokalen Nuggets und Burger gibt. Geschmacklich war im Grunde aber alles sehr lecker, was bei uns auch zu drei Besuchen innerhalb einer Woche geführt hat. Ich denke das sagt alles. Ein paar Verbesserungsmöglichkeiten hier und dort gibt es noch, aber das Lokal hat auch erst seit einer Woche offen und ich bin schon sehr gespannt, wie sich das Konzept und der Hype darum in den nächsten Monaten entwickeln wird. Was ich mir auf der Speisekarte noch wünschen würde: Einen richtig guten Gemüse-Burger, also ohne Soja oder Seitan, dafür mit einem richtig guten Gemüse-Patty.

Meine Bewertung daher:
Brötchen: 4 Punkte
Inhalt: 4 Punkte
Saucen: 4 Punkte
Beilagen: 4 Punkte
Optik: 3 Punkte
Auswahl: 4 Punkte
Service: 4 Punkte
Preis/Leistung: 5 Punkte
Gesamt: 32 von 40 Punkten

Swing Kitchen
Schottenfeldgasse 3
1070 Wien
Öffnungszeiten: Montag bis Samstag von 11:00 bis 22:00 Uhr
Website | Facebook

Hier geht’s zu Annas Review!

Wart ihr schon in der Swing Kitchen? Was sagt ihr zu den veganen Burgern?

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2 Comments

  • Reply the wicked ye-ye 9. Februar 2015 at 08:52

    Die Swing Kitchen kannte ich noch gar nicht- klingt aber toll. Da werde ich auf jeden Fall mal vorbeischauen 🙂

    liebe Grüße

  • Reply Cornelia 8. Februar 2015 at 13:51

    Danke für den ausführlichen Bericht. Als Fleischesser war ich ja ehrlich gesagt etwas skeptisch, ob mir vegane Burger überhaupt schmecken können, bin jetzt auch kein Fan von Soja.

    Aber nach dem Bericht werde ich auf jeden Fall mal vorbei schauen, klingt wirklich sehr lecker! Vor allem der Wrap und die Nuggets lachen mich gerade sehr an 😉

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